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Stellungnahme zum Artikel
Veröffentlicht von Barbara Burtscher in Stellungnahme zum Artikel • 17.08.2010 12:40:02

Stellungnahme zum Artikel

Der Tages-Anzeiger beschuldigt mich in seiner heutigen Ausgabe unter dem Titel „Die eingebildete Astronautin“ der Hochstapelei. Der Beitrag enthält nicht nur zahlreiche Unwahrheiten über meine Person und meine beruflichen Tätigkeiten, er ist auch in höchstem Masse rufschädigend. Aus diesem Grund bitte ich Sie, folgende Stellungnahme zur Kenntnis zu nehmen:

1. Die angebliche Pressemitteilung unter dem Titel „Barbara Burtscher zieht sich aus der Medienwelt zurück“ stammt nicht von mir. Das zeigt schon allein die Tatsache, dass die Formulierungen und die unkorrekte Orthographie in keiner Art und Weise meinem Schreibstil entsprechen. Wer meinen Mail-Account gehackt und die Medienmitteilung ohne mein Wissen und Zutun verschickt hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

2. Tatsache ist: Ich wurde vom Education Resource Center in Huntsville, das im U.S. Space & Rocket Center stationiert ist, angefragt, meine Astro-Vorführung zu präsentieren. Und um Lehrerinnen und Lehrer in Astrophysik zu instruieren. Diese Kurse haben stattgefunden und entsprechende, offizielle Referenzen liegen entgegen dem im Tages-Anzeiger kolportierten Eindruck vor. Selbstverständlich verfüge ich auch über entsprechende Vertragsunterlagen. Der Link zum Education Center, das laut TA angeblich nicht existieren soll, findet sich hier:
http://education.nasa.gov/edoffices/centeroffices/marshall/erc/index.html
Intern wird es übrigens von allen Mitarbeitenden in Huntsville einfach „Education Center“ genannt. Im Gegensatz zum Tages-Anzeiger war ich schon mehrmals dort. Ich durfte für alle drei dort stationierten Institutionen – das Education Center, das Space Camp und das U.S. Space & Rocket Center – arbeiten.

3. Die Tätigkeiten sind durch Fotos und Texte auf der Homepage www.barbaraburtscher.ch dokumentiert. Zu diesen Tätigkeiten, Ausbildungen und Erfahrungen stehe ich voll und ganz. Und die kann mir auch ein Tages-Anzeiger nicht nehmen. Ebenso wenig wie meine Träume und Ziele. Um diese zu erreichen, arbeite ich hart weiter.

4. Die Art und Weise, wie der Tages-Anzeiger-Journalist mich gestern zuhause – unter einem Interview-Vorwand – überfallen und unter Druck gesetzt hat, stimmt mich sehr nachdenklich und traurig. Mit der Begründung „er habe halt seinen Artikel schon um 22 Uhr abgeben müssen“, gab er mir anschliessend keine Gelegenheit, zu den rufschädigenden Vorwürfen in seinem Artikel überhaupt Stellung zu nehmen. Ja, nicht einmal die Echtheit der „Pressemitteilung“ hat er hinterfragt. Ich fühle mich regelrecht überrumpelt.

5. Der rufschädigende Beitrag im Tages-Anzeigers droht die bisherige, in der Fachwelt der Astrophysik offensichtlich anerkannte Arbeit für alle Zukunft zu ruinieren. So sind etwa Anlässe wie der 4. Schweizer Astronomietag vom 11. September in hohem Mass vom Goodwill von Sponsoren abhängig, die nun abzuspringen drohen. Darunter leidet das grosse Engagement vieler Menschen und Kollegen im faszinierenden Bereich der Astrophysik. Das macht mich traurig und bedaure ich sehr.

Wattwil, 17. August 2010 / Barbara Burtscher

P.S. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich angesichts der mehreren Dutzend Medienanfragen derzeit keine Einzelinterviews führen kann.